Notruf bitte nicht unnötig blockieren

Kooperation zwischen Klinikum Südstadt Rostock und Warnow-Klinik Bützow bietet Patienten eine lückenlose Versorgung

Bützow - Die Notaufnahme der Warnow-Klinik ist seit dem 01. Januar durch eine neue Kooperation gut aufgestellt. Das Projekt wurde zwischen Thomas Blum, Geschäftsleiter der Warnow-Klinik, und Thomas Wolfram, stellvertretender Verwaltungsdirektor des Klinikums Südstadt in Rostock, ins Leben gerufen. „Durch die Kooperation garantieren wir eine gute Versorgung für das Rostocker Umfeld und unterstützen unsere Kollegen in Bützow mit Personal aus dem Klinikum Südstadt“, so Thomas Wolfram. Insbesondere auch beim Notruf.

Der europäische Tag des Notrufes, aufgrund der im Datum enthaltenen Notrufnummer (11.2.) auf den 11. Februar gelegt, gedenkt an die europaweite Gültigkeit des Notrufs und die damit verbundene Arbeit der Notärzte und Rettungssanitäter. Dr. Bert Werner, Oberarzt der Anästhesie und Notfallmedizin im Klinikum Südstadt Rostock, arbeitet täglich unter intensiven und lebensbedrohlichen Situationen und ist, dank der Kooperation, auch in Bützow tätig.

Der Rostocker und seine Kollegen arbeiten unter der Woche im 24-Stunden-Dienst in Bützow und behandeln alle medizinischen Notfälle. Er weist jedoch auf ein wichtiges Problem hin. „Oft werden wir Notärzte gerufen, obwohl es sich nicht um eine lebensbedrohliche Lage handelt. In dieser Zeit können wir dann echte Notfälle nicht versorgen“, so der Mediziner. „Bevor man einen Notruf tätigt, sollte man sich über die Schwere des Vorfalls im Klaren sein.“ Die Notrufnummer 112 ist nur für absolute Notfälle gedacht – Autounfälle, Atemnot und Bewusstlosigkeit gehören hier ganz klar dazu. „Oft werden wir jedoch aufgrund anderer Beschwerden, wie starke Migräne, Übelkeit oder akuten Rückenschmerzen, an- gerufen. Hierfür wählt man die Nummer 116117“, sagt Werner.

Unter der Nummer „116117“ kontaktiert man den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, also eine Art Hausarztersatz. Auch hier kommen Ärzte zu den Personen mit akuten Beschwerden, klären aber zunächst intensiver das Beschwerdebild ab und schicken den passenden Ersthelfer. „Notärzte haben weder leichte Medikamente, noch einen Rezepteblock dabei. Bei vielen Beschwerden sind wir also gar nicht der richtige Ansprechpartner. Wir sollten ausschließlich bei lebensbedrohlichen und schweren Notfällen gerufen werden und müssen schnell vor Ort sein.“

Da Notärzte und Rettungssanitäter den Patienten und seine Krankengeschichte nicht kennen, müssen sie sich innerhalb kürzester Zeit ein Gesamtbild machen. Eine gute Vorbereitung und vor allem eine zusätzliche Ausbildung sind deshalb enorm wichtig, um als Notfallmediziner im Einsatz sein zu dürfen. Auch die Anwohner Bützows und Umgebung können sich auf mögliche Notfälle vorbereiten. „Man sollte unbedingt sein Basiswissen auffrischen. Nach der Fahrprüfung beschäftigt man sich oft nie wieder mit der stabilen Seitenlage oder Druckverbänden“, so der Notfallmediziner. Vor allem Personen, die bereits Krankheiten oder Beschwerden haben, sollten sich gut vorbereiten und bestenfalls Medikamentenlisten oder Ärztebriefe dabei haben.

Notfallmediziner Dr. Bert Werner unterstützt die Notaufnahme der Warnow-Klinik Bützow Foto: maxpress/cg

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