Dr. Sebastian Wicht erklärt Hernien

Leisten- und Nabelbrüche kommen häufig vor und sollten behandelt werden

Bützow – Wer im Leisten oder Bauchbereich eine „Beule” feststellt, die bei Belastung schmerzt, sollte zum Arzt gehen. Es könnte sich um eine Hernie, also einen Durchbruch der Bauchdecke, handeln. Die Warnow-Klinik wurde für diesen Bereich mit dem Siegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie” von der Deutschen Herniengesellschaft ausgezeichnet. Dr. Sebastian Wicht, Chefarzt der Chirurgie, erklärt, was es mit den Brüchen auf sich hat und wie sie behandelt werden.

„Hernie ist der Fachbegriff für einen Bruch und meint die Vorwölbung von Baucheingeweiden in Ausstülpungen des Bauchfells. Dies kommt zustande, wenn Lücken in der Bauchdecke auftreten – entweder, weil sie angeboren sind, oder wenn die Bauchdecke Schwachstellen aufweist. Die am häufigsten vorkommenden Formen sind Leisten- oder Nabelbrüche”, erklärt Dr. Sebastian Wicht.
Es gibt allerdings noch weitere Arten von Hernien, die durch Lücken im Zwerchfell, im Becken oder in der Rückenmuskulatur entstehen können. Hernien sind eine sehr häufige Erkrankung. Ein erstes Anzeichen kann eine sichtbare „Beule“ am Nabel oder der Leiste sein. Häufig haben Betroffene Schmerzen, vor allem nach Belastung. „Die Diagnose eines Leistenbruches kann man in den meisten Fällen durch eine Untersuchung vom Arzt, durch „Abtasten“, stellen. Eine Ultraschalluntersuchung kann hilfreich sein oder manchmal auch eine Computertomografie”, weiß der Chirurg. Hernien sollten operativ behandelt werden. Wenn sich in dem Bruch Eingeweide einklemmen, kann ein Notfall entstehen. Kleine Nabelhernien werden mit einem kleinen Schnitt am Nabel, größere werden entweder über einen größeren Schnitt oder wie ein Leistenbruch minimal invasiv (Knopflochchirurgie) operiert. Fast immer wird ein Kunststoffnetz zur Verstärkung der Bauchdecke eingesetzt. In der Warnow-Klinik wurden zwischen September 2016 und September 2017 insgesamt 91 Brüche behandelt. 70 Prozent der Operationen wurden mit der minimal invasiven Technik durchgeführt. „Besonderen Wert legen wir auf Qualität. Die Warnow-Klinik nimmt an der bundesweiten Qualitätssicherungsstudie Herniamed teil. Das Siegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie” ist unserer Klinik von der Deutschen Herniengesellschaft verliehen worden. Unsere Patienten werden individuell und familiär betreut. Medizinisch meint das die maßgeschneiderte Therapie für jeden Patienten mit einem Bruch. Auch wenn ein Schwerpunkt der Versorgung die minimal invasive Technik ist, kann für den Einzelnen ein anderes Verfahren das bessere sein”, so Dr. Sebastian Wicht.

Dr. Sebastian Wicht, Chefarzt der Chirurgie in der Warnow-Klinik Bützow Foto: maxpress
Dr. Sebastian Wicht, Chefarzt der Chirurgie in der Warnow-Klinik Bützow Foto: maxpress

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